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Renata und ich lernten uns kennen während der Europa-Tournee von Asleep at the Wheel im Sommer 1988. Und zwar bei einem Konzert in Prag, an dem neben AATW Bands aus ganz Europa teilnahmen. Für mich sollte dieses Konzert eine ganz besondere Erfahrung werden. Denn eine der Bands, der Pohorje Express, kam aus Slowenien. Von den slowenischen Wurzeln meines Vaters hatte ich erst kurz vorher erfahren, und ich hatte bis dahin noch nie jemand aus Slowenien kennen gelernt. Ich fühlte mich sofort wohl in diesem Kreis, und beim gemeinsamen Ausgehen nach dem Auftritt entwickelte sich so etwas wie ein Gefühl von Daheim-Sein.

Renata und ich blieben danach noch jahrelang in Kontakt und verloren uns erst aus den Augen, als sie nach Deutschland zog und ich nach meiner Trennung von Asleep at the Wheel mir ein neues Wirkungsfeld in Hawaii suchte - weiter weg von Europa denn je.

Es war fast auf den Tag genau zehn Jahre nach meinem Ausscheiden aus der Band, als Asleep at the Wheel mich baten, die Sommer-Tour 2002 mit ihnen zu spielen, und im April 2003 holten sie mich wieder, diesmal für einen Auftritt in Paris. Der Anruf kam an einem Sonntag und am Freitag drauf sollte schon der Auftritt sein, so dass ich alle Hände voll zu tun hatte, mir auf die Schnelle einen neuen Reisepass zu beschaffen. Zufällig hatte mich nur wenige Wochen vorher beim Internet-Surfen die Neugier gepackt und ich wollte wissen, was Renata wohl so trieb. Und richtig fand ich auch bald Bilder von ihr im Web, von Auftritten mit verschiedenen Countrybands in Deutschland. Leider ohne E-Mail-Adresse, unter der sie zu erreichen gewesen wäre. Aber wie der Zufall so spielt - während ich noch auf meinen neuen Reisepass wartete, erreicht mich eine E-Mail von Renata in München. Sie war gerade dabei, ihre erste Solo-CD aufzunehmen und wollte wissen, ob ich nicht den Steel-Part übernehmen könnte! Ich war total platt. Sofort kontaktierte ich nicht nur sie, sondern auch ihren Produzenten Ingo Sandhofen, um Genaueres zu erfahren. Für irgendwelche Vorbereitungen blieb natürlich keine Zeit mehr. Ich hatte noch nicht mal mein Flugticket in Händen, geschweige denn, dass ich wusste, wann der Rückflug sein würde und ob ich gegebenenfalls einen Stop-Over in München einplanen könnte.... Sobald ich in Paris war, setzte ich mich telefonisch mit Ingo in Verbindung und wir besprachen die verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich der CD-Aufnahmen. Alles musste in der sprichwörtlichen letzten Sekunde geschehen, da uns für die notwendige Umbuchung der Flüge nur wenige Stunden blieben. Ich war ohnehin total groggy von wegen Jetlag und kann heute beim besten Willen nicht mehr sagen, wie ich das alles hinkriegte. Aber letztendlich klappte alles und heute bin ich mehr als happy darüber.


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Ich blieb dann fast eine ganze Woche in München und es taten sich dort wirklich neue Welten für mich auf. Tolle Leute, fabelhaftes Essen, noch fabelhafteres Bier und eine super Musik-Szene. Die CD-Produktion in Ingos Studio nahm drei Tage in Anspruch, und für einige Nummern lieh mir Renatas Musikerkollege Günther Dachs von den Key West seine Pedal Steel. Die Aufnahmen liefen super - Ingo bereitete alles optimal vor und ich konnte mich beim 'Umspielen' von Renatas samtig-weicher Stimme richtig austoben. Und um das Glück perfekt zu machen, gab es natürlich in den Pausen reichlich Weißbier zu den lokalen Spezialitäten im nahe gelegenen Gasthof. Renatas Mann Hannes stand von Anfang an voll hinter dem Projekt und ohne ihn wäre die CD sicher auch nicht zustande gekommen. Während der ganzen Zeit war ich Gast des Hauses und wurde auf diese Weise quasi zum Mitglied der Familie. Also reichlich Zeit, um mich mit Renata über alles auszutauschen, was während der vergangenen fünfzehn Jahre geschehen war, und nicht zu vergessen die herrliche griechische Taverne gleich um die Ecke.

Ich habe die CD-Produktion mit Renata, Hannes und Ingo wirklich sehr genossen, und letztendlich haben sich daraus dann auch all meine europäischen Aktivitäten im Sommer 2004 ergeben - die Teilnahme an Festivals in der Slowakei, Deutschland, Frankreich und Spanien. Als bei unserem letzten Auftritt in Bayern unser Sänger wegen Krankheit ausfiel, sprang Renata kurzerhand ein, was dem John Ely Trio zu einem völlig neuen Sound verhalf. Mir machte es richtig Spaß, nach so langer Zeit wieder ausgiebigst auf der Bühne zu stehen und ich würde ich freuen, wenn sich noch recht viele Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit ergeben. Mein tiefer Dank gilt Hannes und Renata, die mir, nicht nur in musikalischer Hinsicht, eine ganz neue Welt eröffnet haben.


Hannes and I were really glad to have had John over and it makes me proud as a Slovenian to know that such a gifted musician has sprung from our midst, and has become one of the leading names in the world of lap steel. Practically from the moment I laid eyes on John I knew that there was very special chemistry at work between us and I can safely say that I couldn't love him more if he was my natural brother.